30.11.2012, 12:10 Uhr:  Der DAX +0,35% nähert sich dem Jahreshoch - Diese Woche hat der Leitindex mehr als 100 Punkte zugelegt

Roubini: Spanien Bailout

Nouriel Roubini geht davon aus, dass Spanien noch in diesem Jahr den Zugang zu den Kapitalmärkten verliert: DMN

Krugman: Eurodämmerung

Paul Krugman skizziert das Ende des Euros und meint, es dauert nur mehr Monate: New York Times

Euro-Crash - die Wahrheit

In der Euro-Krise wird viel getrickst und gelogen. Diese fünf Experten reden Klartext: Focus

Der Libor-Skandal einfach erklärt

Der Libor ist der täglich festgelegte Referenzzinssatz im Interbankengeschäft - ein unvorstellbar bedeutender Wert, der täglich um 11:00 Uhr in London fixiert wird, Geschäfte auf der ganzen Welt in unvorstellbarer Größenordnung beeinflusst und bisher kein Schwein interessiert hat, außer die, die ihn zum eigenen Vorteil manipuliert haben. Und diese Manipulation ist nun (wieder Mal) der größte Skandal in der Bankenwelt, den es je gegeben hat, der Unmengen an Prozessen und Strafen nach sich ziehen und dennoch bald wieder vergessen sein wird. Diese Infografik erklärt den Libor-Skandal auf relativ einfache Weise.

Egan Jones stuft Holland und Österreich herab

Die US-Ratingagentur Egan Jones hat die Kreditwürdigkeit Hollands und Österreichs auf die Note A (Ausblick negativ) gesenkt. Im Falle Hollands bedeutet das eine Abstufung um 2, im Falle Österreiches um einen Grad. Egan Jones begründet die Entscheidung mit der sich zuspitzenden Euro-Schuldenkrise. Mit Spanien - und wohl auch mit Italien - würden zwei große Volkswirtschaften Euro-Hilfen beantragen. Damit würde der Druck auf Länder wie Österreich oder Deutschland weiter steigen. Deutschlands Bonität wurde von der Ratingagentur bereits vor Wochen auf A+ gesenkt. Insider sehen in Egan Jones die einzige Agentur, deren Bewertungen halbwegs fair sind, weil sich das Unternehmen nicht wie die Konkurrenz von den Emittenten der Anleihen sondern von den Investoren bezahlen läßt.

Europa braucht Geld statt Gipfel-Rhetorik

Marc Faber bringt es (wie immer) in angenehm trockener Form auf den Punkt:

Wenn man 100 kranke Banken zu einer Bankenunion vereint, ändert das nichts an der Tatsache, dass sie krank sind.

sagte er in einem Bloomberg-Interview kurz nach dem letzten EU-Rettungs-Rhetorik-Gipfel. Und:

Wenn ich Deutschland regieren würde, wäre ich letzte Woche aus der Eurozone ausgetreten

Banken bunkern Geld bei der deutschen Bundesbank wegen Zweifel am Status Quo der Euro-Zone

Die Financial Times Deutschland berichtet über eine interessante neue Stufe der Verunsicherung im Verhalten der Banken. Dass sich die Geschäftsbanken gegenseitig misstrauen und sich deswegen untereinander kaum noch Geld verleihen, ist seit einiger Zeit - spätestens seit Ausbruch der Staatschuldenkrise - klar. Stattdessen deponierten sie ihre Liquiditätsreserven bei den Notenbanken. Bisher. Nun mehren sich aber auch die Zweifel an der Sicherheit dieser Einlagen und die Banken suchen Schutz bei der letzten Institution Europas, der sie noch halbwegs vertrauen können - der Bundesbank. Nach Informationen der „Financial Times Deutschland“, lagern ausländische Institute aus diesem Grund ihre Geldreserven vermehrt bei der Deutschen Bundesbank ein. Die Kredite von Zweigstellen ausländischer Banken an deutsche Institute haben sich innerhalb eines Jahres auf 184 Milliarden Euro mehr als vervierfacht, schreibt die FTD unter Bezug auf Zahlen der Bundesbank. Gestiegen seien vor allem kurzfristige Darlehen mit einer Laufzeit von weniger als einem Jahr, weil die Bankinstitute in Europa sich zunehmend unsicher darüber sind, ob die Euro-Zone in ihrer jetzigen Form bestehen bleibt.

CDS-Spreads der 100 global agierenden Banken

Das US-Finanzportal Business Insider hat diese interessante Liste zusammengestellt und CDS-Händler wetten, dass diese 14 Banken pleite gehen werden betitelt. Der Titel ist gewiss reißerisch - die ganze Liste enthält 100 global agierende Banken und deren aktuelle CDS-Spreads, wovon die ersten 14 über 500 liegen - und wenn man es etwas gemäßigter ausdrücken will, kann man sagen: je weiter oben das Institut auf der Liste steht, desto höher ist das Bedfürnis der Händler, sich gegen eine Pleite desselben absichern zu wollen. Einige Banken, die weit oben auf der Liste stehen, sind - salopp ausgedrückt - bereits gegessen, z.b. Dexia (Nr. 8 der Liste), und die hohe Anzahl spanischer und italienischer Institute in den Top-Positionen der Liste ist einfach zu erklären: Spanien und Italien sind in den Fokus der Märkte geraten, da hilft kein Dementieren (Spanien hat wochenlang verlautet, keine Hilfe zu benötigen) und Beschönigen (Italien braucht im Gegensatz zu Spanien ganz sicher keine Hilfe, weil Italien viel besser da steht als Spanien). Gar nicht gut steht indessen die größte Bank Italiens in der Einschätzung der CDS-Händler da. Die Unicredit belegt in der Liste den schlechten 12ten Platz und zählt damit - laut Business Insider - zu den Instituten, auf deren Pleite die Händler setzen; ihre Tochter, die Bayrische Hypo und Vereinsbank AG, liegt überdies auf Platz 14.

Vom Stresstest zum Bank Run

Im Herbst 2011, als die belgische Bank Dexia verstaatlicht werden mußte, wurde klar, was der einige Monate vorher durchgeführte Banken-Stresstest für einen Sinn gehabt hatte: zu zeigen, dass solche Maßnahmen purer Aktionismus zur Beruhigung der Bankkunden sind - Dexia war als eines der Institute mit den besten Noten durch den Test als vermeintlich sicher definiert. Die nächste Verstaatlichung findet nun in Spanien statt - Bankia. Die Bailoutkosten für dieses Institut werden täglich, fast stündlich, nach oben revidiert. Und natürlich hatte auch Bankia den Stresstest bestanden! Fünf andere spanische Institute sind durchgefallen ...

Die Unsicherheit der Bevölkerung in Europa nimmt verständlicher Weise zu. Vergangenen Donnerstag hoben Südeuropäer an nur einem Tag 1,8 Milliarden Euro von ihren Konten ab. Die EU will nun auf Mario Montis Vorschlag hin eine Garantie für die Spareinlagen europaweit aussprechen. Damit soll eine Kapitalflucht bei einem Austritt Griechenlands verhindert werden. Es wird befürchtet, dass spätestens, wenn Griechenland den Euro verlässt, ein regelrechter Bank-Run das komplette europäische Bankensystem lahmlegen könnte. Die Ratingagentur Moody’s hat indessen sogar die drei größten nordischen Banken, die bisher als sichere Häfen gegolten hatten, herabgestuft. Zwei schwedische und eine norwegische Bank sind betroffen.

Marc Faber prognostiziert globale Rezession für 2013

In seinem letzten Live-Interview auf CNBC macht Marc Faber einige bemerkenswerte - teilweise könträr zur gängigen Meinung liegende - Ansagen: Die derzeitige Euro-Schwäche zeigt seiner Meinung nach an, dass Deutschland beim Thema Euro-Bonds einlenken und Griechenland nicht so schnell aus dem Euro austreten wird. Ein jetziger Austritt Griechenlands würde, laut Faber, sogar eine Markt-Rally auslösen. Fabers persönliche Meinung zum Thema Griechenland ist übrigens, dass der Austritt bereits vor drei Jahren sinnvoll gewesen wäre. Die wirklich großen Probleme sieht er derzeit aber in einem drohenden Abschwung in Indien und China, der frühestens im vierten Quartal 2012, spätestens 2013 zu einer globalen Rezession führen wird. Auf die Frage, wie hoch er die Wahrscheinlichkeit dieser seiner Prognose einschätze, antwortete Faber trocken: 100%

Tags: 

Griechenland braucht eine geordnete Insolvenz

Nouriel Roubini ist davon überzeugt, dass Griechenland den Euro verlassen muss; seine Argumentation ist im Vergleich zur EU-Propaganda ziemlich schlüssig. Warum die EU-Verantwortlichen Griechenland im Euro halten wollen, ist klar: die Schulden müssen bedient werden und die Gläubiger dürfen keine Verluste erleiden. Da es dafür nicht mehr wirklich gute Argumente gibt, flüchtet sich die Angstkoalition aus Politik/Banken in die Phrase, die bisher immer gezogen hat: Wenn das passiert, geht die Welt unter! Das glauben inzwischen wahrscheinlich nur mehr die, die es dauernd wiederholen. Vor allem die Märkte glauben es nicht und am Wenigsten glaubt es die griechische Bevölkerung.

David Graeber: Wir werden dramatische Umbrüche erleben

Der Autor der Pflichtlektüre Schulden, die ersten 5.000 Jahre ist derzeit auf Lesereise in Deutschland und war der Mann der Stunde bei den Blockupy-Protestierenden in Frankkfurt. Die meisten Artikel und Interviews, die in den deutschen Mainstreammedien dazu erschienen sind, können wir gleich wieder vergessen. Ähnlich wie im Fall der Piraten, wird hier das, was (noch) nicht zu verstehen ist, lächerlich banalisiert, ironisiert und auf Klischees reduziert: sehr maues Interview von Stefan Schulz und sehr dünflüssiger Artikel von Oskar Piegsa im Spiegel. Im Unterschied dazu, ein wirklich brauchbarer Artikel von Nils Minkmar in der FAZ und ein interessantes Interview in der Märkischen Allgemeinen.

Das nächste Problem: Italien und die hohe Staatsschuldenquote

Griechenland wird den Euro höchstwahrscheinlich noch in diesem Jahr verlassen; Portugal und Spanien sind von den Kreditmärkten ebenfalls bereits abgeschrieben; das nächste Problem ist eine Kategorie höher: Italien, der drittgrößte Schuldner der Welt. Italien hat zu wenig Wachstum bzw. (wie Frankreich) seit Jahren ein durch öffentliche Ausgaben finanziertes Scheinwachstum, während die Real-Wirtschaft in Wirklichkeit schrumpft: 120% Debt-to-GDP Ratio (Staatsschuldenquote) = die Wirtschaftsleistung ist nicht hoch genug, um die Staatsverschuldung in den Griff zu bekommen. Die Zinsen für die zehnjährigen italienischen Staatsanleihen steigen seit Wochen wieder und liegen derzeit nur mehr knapp unter 6%.

Europas Schuldenkrise spitzt sich wieder zu

Die amerikanischen Star-Ökonomen Paul Krugman und Nouriel Roubini werden in ihren Prognosen für Europa immer konkreter: Roubini sieht einen Spanien-Bailout noch in diesem Jahr und Krugman sagt folgendes für die kommenden Monate vorher: 1) Griechenlands Euro-Austritt sehr wahrscheinlich im Juni. 2) Massive Kapitalflucht von spanischen und italienischen Banken in Richtung Deutschland. 3) Kapitalverkehrskontrollen, Überweisungs-Verbote, Bargeld-Transfer-Limits. 4a) Deutschland akzeptiert hohe Inflation und Transfer-Zahlungen in der Euro-Zone oder 4b) Ende des Euros. Die Kreditausfallversicherung für Spanien erreichen indessen neue Rekordwerte und die Zinsen für die 10-jährigen Staatsanleihen Spaniens sind auf dem Weg in die 7%-Todeszone. Spanien ist längst im Fokus der Märkte. Und der nächste Kanditat ist Frankreich. Was kann die unheilvolle Kombination Politik/Zentralbanken noch machen? Weiter drucken bis das Pyramidenspiel in die Endphase eintritt und der Staatsanleihen-Markt total zusammenbricht? Das ist die wahrscheinlichste Variante.

10 Konzerne kontrollieren fast alle Markenprodukte

Der Konsument hat zwar die Qual der Wahl, erhält aber dennoch Alles aus einer Hand. Nestlé - der weltweit größte Lebensmittelkonzern - z.b. umfasst 170 Marken mit über 1500 Produkten. Gut ist das vor allem für die Umsätze und Gewinne der Riesen-Unternehmen. Der Zwang zum Wachstum ist evident. Die Großen werden größer - die Kleinen werden geschluckt. Egal was und wo wir shoppen - die Kasse klingelt garantiert in einem der 10 Mega-Konzerne.

Warum die Piraten so gefährlich für die etablierten Politiker sind

Europa ist wieder im Fokus der Märkte und redet nicht darüber. Einerseits, weil die Fähigkeit zur Realitätsverweigerung hier so ausgeprägt ist, andererseits, weil Europa die Märkte einfach nicht kapiert und zu wenig geistige Kapazität hat, dies zu ändern. Der durchschnittliche europäische Bürger glaubt gerne an Versprechungen und überprüft traditionellerweise nicht, ob die Versprecher in der Lage sind, ihre Versprechungen einzuhalten, weil der Bürger in Europa nichts so sehr ist wie denkfaul, obwohl es in Europa ein großartige philosophische Tradition gibt, die auf das antike Griechenland zurückgeht und die durch die jüdisch-christlichen Einflüsse perfekt bereichert wurde. Aber dennoch oder eben weil das so war und ist, überlässt die Mehrheit der Europäer das Denken immer einigen Wenigen, die ausserordentlich begabt sind und dabei handelt es sich leider nicht um ihre Politiker. Die Europäer haben den Satz des europäischen Philosophen Descartes Ich denke, also bin ich bis heute nicht kapiert und glauben weiterhin instinktiv an die Formel Zu viel Denken verursacht Kopfschmerzen.

Apple vs Europa

Apple Marktwert

Apple ist in Kürze mehr wert als alle Aktiengesellschaften in Spanien, Griechenland und Portugal zusammen. Eine einzige Firma in den USA macht mehr Profit als die 500 börsennotierten Firmen der drei EU-Staaten - besser lässt sich die Krise in Europa nicht illustrieren. Der Aktienkurs der kalifornischen Firma hat sich seit 2009 verachtfacht und hat vor Kurzem mit $644 ein neues Alltime-High erreicht.

Spanische und italienische Staatsanleihen: Zinsen steigen wieder

Es grünt so grün ...
Zinsen auf spanische und italienische Staatsanleihen steigen. Kühl kalkulierende Hedge-Fonds nehmen vor allem Spanien ins Visier und setzten massiv auf den Kauf von Kreditausfallversicherungen (CDS) und rechnen sich Renditen bis zu 300% aus. Die Schuldenkrise ist zurück. Madrids Probleme sind jetzt auch unsere Probleme. Und Madrid hat eine Menge Probleme: a) einen noch immer überhitzten Immobilienmarkt, der noch ca. 30% fallen muss, wobei b) nirgendwo in Europa so viel Altersvorsorge in Immobilien investiert ist, während das Land d) wegen seines massiv von Gewerkschaften dominierten Arbeitsmarktes international nicht konkurenzfähig ist und e) der Bankensektor auf Unmengen fauler Privatkredite sitzt.

Pages

Theme by Danetsoft and Danang Probo Sayekti inspired by Maksimer